Rein Zeitung	october 9, 1999

Antinobelpreise in den USA

Unter ihnen sind etwa die kanadischen Forscher, die sich bemŸhten,
einen Zusammenhang zwischen der Grš§e von Fu§ und Penis
herzustellen, und nicht zuletzt die britischen €rzte, die ein
Fachblatt mit dem Titel herausgaben: "Ein Mann, der sich in den
Finger stach und fŸnf Jahre lang nach Verwesung stank."

Fong, der Muschel-Mann, war gerade mit der Erforschung des
Nervensystems einer bestimmten Muschelart beschŠftigt, als er
entdeckte, da§ sich die Mollusken wie verrŸckt fortpflanzten, wenn
er Prozac ins Wasser gab. "Es ist ein StŸck wunderbarer
Wissenschaft und es klingt gleichzeitig unglaublich lŠcherlich",
sagte Marc Abrahams, Redakteur der in Cambridge herausgegebenen
Zeitung "Annals of Improbable Research", die die Preise zusammen
mit verschiedenen Harvard-Studentenorganisationen verleiht.

RŸstung gegen Grizzly-BŠren

Ein Komitee von rund 15 unbekannten Personen hatte die Qual der
Wahl, unter Hunderten Nominierten die PreistrŠger zu bestimmen.
Auch wirkliche NobelpreistrŠger nehmen an der Veranstaltung teil -
sie Ÿberreichen die Preise. Einige der Auszeichnungen gehen an
Wissenschaftler wie Fong, deren Forschungsarbeit durchaus
ernstgemeint ist - wenn auch vielleicht ein wenig merkwŸrdig.
Andere gehen an normale BŸrger, die ihr Leben fragwŸrdigen
"wissenschaftlichen" Zwecken gewidmet haben. Wie zum Beispiel der
33jŠhrige Troy Hurtubise aus Ontario, Gewinner des diesjŠhrigen
"Sicherheits-Ingenieur-Preises". Er verbrachte mehrere Jahre
damit, eine Art RŸstung gegen Grizzly-BŠren zu entwickeln. "Er ist
der klassische Erfinder", sagte Abrahams. "Er hat eine Idee und
bleibt dann wirklich dran."

Weitere Preise erhalten in diesem Jahr:

Den Antifriedensnobelpreis:

Der indische MinisterprŠsident Atal Bihari Vajpayee und der
pakistanische Regierungschef Nawaz Sharif fŸr "ihre aggressiv
friedlichen ZŸndungen von Atombomben".

Chemie:

Jacques Benveniste aus Frankreich fŸr seine Entdeckung, da§ Wasser
ein GedŠchtnis hat und die Information Ÿber Telefonleitungen oder
Internet Ÿbermittelt werden kann.

Literatur:

Mara Sidoli aus Washington fŸr ihren Bericht in einem
psychologischen Magazin mit dem Titel: "Furzen als Verteidigung
gegen unaussprechliche Furcht", in dem sie einen elfjŠhrigen
Jungen studiert, der einen fahren lŠ§t, wenn immer er sich mit
irgendetwas Unangenehmem konfrontiert sieht.

Statistik:

Jerald Bain aus Toronto und Kerry Siminoski aus Alberta fŸr ihre
legendŠre Schrift Ÿber das VerhŠltnis von Fu§grš§e und Penis. Sie
kommen Ÿbrigens zu dem Schlu§, da§ ein schwacher Zusammenhang
besteht.

Physik:

Guru Deepak Chopra fŸr seine Interpretation der Quantentheorie "in
ihrer Anwendung auf Leben, Freiheit und des Strebens nach
wirtschaftlichem GlŸck".

Medizin:

"Patient Y", der nach Verwesung riechende Mann mit dem verletzten
Finger - und seine €rzte im Royal-Gwent-Krankenhaus in Newport in
Wales.

AP

GeŠndert am 9. Oktober 1998 12:27 von aj